Ich gehe mit dir in die Berge
„Ich war nun im zweiten Jahr dabei.
Mit jedem Mal fühle ich mich den Bergen und auch mir selbst näher. Raphaela gibt in unaufdringlicher Art und Weise Impulse - ich kann sie nehmen oder auch nicht, ich habe immer die Wahl. Ich kann tolle Wanderungen auf Wegen abseits des Rummels erleben und genießen, und ich kann dem Berg näher kommen und meinen persönlichen Prozess gehen. Ich weiß Raphaela an meiner Seite auch in Momenten, die mich im Besonderen fordern, z.B. mit meiner Angst vor der Tiefe, meiner Höhenangst.“
Und was ist der Berg?
Ich gehe mit Frauen in die Berge.
Damit wir wachsen können, und dem Kostbaren in uns begegnen können.
Berge üben eine beständige Faszination auf uns aus: schroffe Gipfel, weite Täler und klare Luft schaffen eine Umgebung, die zugleich herausfordernd und beruhigend wirkt. Diese Landschaften entziehen sich dem Alltag, schaffen Resonanzräume, und laden zur unmittelbaren Begegnung mit einer kraftvollen, stillen Natur ein.
Mehrere Gründe erklären, warum Menschen so gern in die Berge gehen. Erstens die Sinneswahrnehmung: die klare Sicht, das Lichtspiel auf Fels und Schnee, Geräusche, die weit vom Verkehrslärm entfernt sind. Diese Reize stimulieren, erden und erhöhen die Präsenz im Hier und Jetzt. Zweitens die körperliche Herausforderung: Aufstieg, Balance und Atemarbeit fordern den Körper, stärken die Muskulatur und fördern das Gefühl von Kompetenz und Selbstwirksamkeit. Dritte Ursache ist die soziale Komponente: Gemeinsame Touren schaffen Nähe, gemeinsame Erfahrungen und Erinnerungen, die in Erinnerung bleiben.
In den Bergen wirken mehrere psychologische Effekte. Die Natur reduziert Stresshormone und fördert die Regeneration; Studien zeigen, dass Aufenthalte im Gebirge Schlaf, Stimmung und Konzentration verbessern können. Das Erleben von Weite und Höhe mildert Sorgen, weil es Perspektive schafft — Probleme erscheinen kleiner, Prioritäten werden neu geordnet. Gleichzeitig fördert das Erreichen eines Gipfels Freude und Stolz: Das Erfolgserlebnis hat eine unmittelbar positive Wirkung auf das Selbstbild.
Berge sind ein Ort der Reflexion. Ohne permanente Ablenkung fällt es leichter, innere Stimmen wahrzunehmen und Entscheidungen zu bedenken. Viele empfinden die Mischung aus Einsamkeit und Verbundenheit als heilsam: Alleinsein in der Natur ist nicht notwendigerweise Isolation; es kann die Verbundenheit mit etwas Größerem, mit Landschaft, Jahreszeiten und dem eigenen Körper, stärken.
Berge einen kulturellen und symbolischen Platz: Sie stehen für Grenzen und Überwindung, für Spiritualität und Schönheit. Sie erfüllen unsere Sehnsüchte — nach Freiheit, nach Herausforderung, nach Sinn.
Berge ziehen uns an, weil sie Sinneswahrnehmung, körperliche Herausforderung, soziale Nähe und innere Reflexion in einem Ort vereinen. Sie bieten Abstand vom Alltag, fördern Erholung und Wachstum und schenken gleichzeitig Momente von Staunen und Tiefgang.